Quesnel und die Becker’s Lodge
feixx 21. Dezember 2009
Am fünften Tag geht es weiter.
Mit einer kleine Zwei-Propellermaschinen fliegen wir nach Quesnel. Am Flughafen haben wir schon so etwas wie einen kleinen Kulturschock.
Nach Vancouver jetzt also Quesnel: Ein etwas größerer Schuppen, ein paar Menschen, ein Taxi.Unser Taxifahrer heißt „Stan“. Er geht auf die 60 zu, ist hager und hat auch deutsche Wurzel, wie irgendwie fast jeder den wir in der Zukunft treffen.
Er will wissen was wir, als Deutsche und Touristen hier in der Pampa machen. „Die Bowron-Lakes paddeln,“ sage ich. „und der Natur wegen!“
„Oh“, sagt Stan. „Die Natur, Donnerwetter. He! Schau mal! Ein Baum!”
„Ja,“ sag ich.“-und da ist sogar noch einer!“
Wir lachen und verstehen uns – nicht wirklich.
Was ja auch kein Wunder ist. In Kanada leben ca. 33,5 Millionen Menschen (3,3 pro qkm²) , in Deutschland sind es 82 Millionen (230 pro qkm²) Ich kenne schwedische Autofahrer, die glauben, sie würden im Kreis fahren, wenn sie durch’s Ruhrgebiet müssen. Das eine Stadt in die andere über geht und eine so große Ansammlung von Menschen ist für sie unglaublich.
In Quesnel müssen wir einkaufen. Jenseits dieser Stadt hier wird es sehr mühselig etwas zu besorgen. Unsere nächste Etappe ist die „Becker’s Lodge“. Dort soll es noch einen kleinen Kiosk geben, aber niemand weiß, was man dort noch bekommt.
Also einkaufen: Brot, Margarine, Speck, Konserven, Zwiebeln, Tütensuppen. Frank ruft durch den ganzen Laden, was „Knoblauch“ auf Englisch heißt. „Garlic!“, rufe ich zurück. Er kommt damit zurück und hat auch noch eine schöne Salami gefunden – mit „Garlic“ und „Garlic“! Prima!
Neben der „MAL“ findet sich noch ein „Liquor Store“. Nirgends sonst bekommt man in Kanada Alkohol. Dort kaufen wir noch etwas Hochprozentiges, bevor uns Stan zur „Becker’s Lodge“ bringt. Wir hatten ihn gebeten uns für den Einkauf drei Stunden Zeit zu lassen. Jetzt fährt er wieder mit dem großen Dodge vor. Vier Erwachsene, Vorräte, die Ausrüstung, Gepäck – kein Problem. Über 4Liter Hubraum schubbern uns durch die Gegend.
Als wir zur Logde kommen, ist es schon spät. Lothar begrüßt uns freundlich und wir suchen die Boote und die Ausrüstung aus. Frank und ich werden zusammen paddeln, Georg allein.
Unser Kanu ist schnell gefunden, aber Georg ist noch unschlüssig. Dies, oder lieber das?
Also tragen wie eine kleine Auswahl an Solo – Kanus zum See. Georg wählt ein schnittiges Boot mit deutlichem Kiel: Reinsetzen, abstoßen, umkippen und triefnass ans Ufer stapfen.
15 Jahre Wasser- und Paddelerfahrung liegen im Bowron Lake, ohne einen Paddelschlag gemacht zu habe – das fängt ja gut an.
Weiter geht es hier…
- Keine Kommentare
