Der Bowron, das Ende und eine Überraschung

feixx 26. Dezember 2009

Hinter dem „Spectacle“ geht es am nächsten Tag weiter.
Wir müssen durch ein Schilfsystem und Gott sei Dank ist der Hauptstrom immer zu erkennen, denn das Schilf versperrt uns die Sicht.
Im glasklaren Wasser sehen wir, dass hier einige Lachse verendet sind.
Zur Ablaiche verändert sich ihr Aussehen und ihr Stoffwechsel dramatisch. Ihre roten Bäuche und ihre seltsamen Mäuler machen sie unverwechselbar.
Wir schauen öfter als sonst ins Wasser und so sehen wir noch einen großen Biber, der geschickt unter unseren Kanus hindurch taucht.

Der Bowron Lake, der der ganze Seenkette seinen Namen gegeben hat, empfängt uns bei strahlendem Sonnenschein. Nach ein paar Kilometern sehen wir am Ufer Häuser stehen und dann sehen wir auch bald den Steg der Registratur.
Es ist von dort nur ein paar hundert Meter zum Büro.
Frank bleibt bei den Kanus und Georg und ich machen uns auf den Weg, denn eine Registratur macht nur Sinn, wenn man sich zurückmeldet.

Plötzlich steht Georg vor mir und legte den Finger vor den Mund: „Pschtt!!“ Dann zeigt er in den Wald und ich schaue in die Richtung.
Vier Bärenaugen schauen zurück.

Zwei Schwarzbären begutachten uns. Sie sind kleiner als wir gedacht haben, ungefähr wie mittelgroße Hunde. Einer stellt sich etwas auf die Hinterbeine, was etwas lustig aussieht.
Was gar nicht lustig ist, ist folgendes: Das Bärenspray ist tief in unseren Tonnen verstaut, die in den Kanus liegen. Frank ist also bestens geschützt, wir leider nicht so.

Die beiden Schwarzbären beschließen dann, dass wir nicht sehr interessant sind und trotten weiter.

Das gibt es doch gar nicht!

Da paddeln wir durch den tiefsten Urwald und hier, ca. 200 Meter von der Registratur entfernt sehen wir Bären.

Wir sind immer noch ziemlich aufgeregt, als wir das Büro betreten.
Zwei Studentinnen tragen uns als Rückkehrer ein.
Dann müssen wir einige Fragen beantworten, dazu gehört auch, ob wir Bären gesehen haben.
„Ja!“, lautet unsere stolze Antwort.

Sie legt uns eine Karte vor: „Bitte zeigen sie auf die Stelle, wo sie auf Bären gestoßen sind.“
Wir zeigen nach draußen.
„Nein“, sagt sie, bitte auf der Karte.

„Nein“, sage ich, „das lohnt sich nicht. Den Maßstab treffen wir nicht genau genug. Die Begegnung war keine 200 Meter von hier entfernt.“
„Oh!“, sagt sie und holt ein anders Formular.
„Wissen Sie, Begegnungen in der Nähe von Siedlungen müssen wir in einem anderen Bogen eintragen.“

Und dann erfahren wir noch etwas über „unsere“ Bären, nämlich, dass es sich wohl um Jungtiere handelt, denn auch Schwarzbären sind eigentlich Einzelgänger wenn sie erwachsen sind.

Und dass Bären liebend gern an undichten Gasleitungen schnuppern und von ihnen magisch angezogen werden – keiner weiß warum.
Dann endet unser Tour an unserem Ausgangspunkt.
Wir erreichen Becker’s Lodge. Dort geben wir die gemieteten Sachen ab und hoffen auf ein kühles Bier.

Lothar ist uns dabei behilflich, möchte aber, dass wir mal so langsam aus seinem Büro verschwinden – möglichst unter eine Dusche. Wir bekommen die Schlüssel vom Betty Wendle House, aber das haben wir gar nicht gebucht!

Schon gut!, wurde uns gesagt. Hier waren zwei Amerikanerinnen, die nur von ihren „nice german Guys“ geschwärmt haben. Gute Reklame für uns, ihr könnt die paar Tage im Betty Wendle House bleiben – ist eh nicht gebucht.
Und so bleiben wir bis zu unserer Weiterreise in einer Unterkunft vom Feinsten und mit Blick auf den grandiosen Bowron Lake – und Dosenbier. ;-)

Zu den restlichen Bilder unseres Urlaubs geht es hier weiter…

Zu den Tipps zur Tourplaung geht es hier weiter…

  • Keine Kommentare

Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben