“Kanada! Das wäre doch auch mal was!
Ich hab im GEO mal was von den Bowron-Lakes gelesen.
Ist bestimmt toll!”
Ich weiß gar nicht mehr, wer das gesagt hat und wo.
Vielleicht in Schweden bei einem Lagerfeuer oder auch in der Kneipe.
Auf jeden Fall hat uns das nicht mehr losgelassen.
Wir, dass sind jetzt drei Männer im „besten“ Alter um die 40 – und 2001 waren wir selbstverständlich jünger.
Aber ich sage euch was:
Das „könnte“ und das „man ja mal“ ist eine sehr geduldige Sache.
Wir haben fast vier Jahre erfolglos verschiedene Anläufe gemacht. Mal ging es grundsätzlich nicht und mal war das Geld knapp, mal war ein neuer Job bei dem einen, mal eine neue Beziehung bei dem anderen.
Letztendlich hat uns dann doch nur eins nach Kanada gebracht:
- Ein konkrete Zeitplan und
- ein Sparkonto
Ok – sind zwei Punkte.
Unsere Vorkenntnisse:
Georg: Kanu- , Kajak- und Wassersporterfahrungen (Tauchen)
Michael: Kanuerfahrungen in Schweden – See und Fluss
Frank: keine Erfahrungen
Aber: Wir sind alle Handwerker.
Und das reicht auch eigentlich, wenn man sonst weiß, wie man sich im Freien zurecht finden kann. Die Lakes zu befahren ist eigentlich keine anspruchsvolle Kanutour, wenn man die Grundkenntnisse drauf hat.
Ansonsten: Erste Hilfe, also medizinische Grundkenntnisse, Orientierungsvermögen, etc.
Außerdem solle jemand etwas kochen können. Das hebt immer die Stimmung.
Wer mag, kann sich auch einen Scout buchen. Dazu gibt es verschiedene Angebote.
Nix für uns.
Aber das war für uns: Nach etwa 2 Jahren Vorlauf packten wir unsere Ausrüstung und die Rücksäcke und dann war es so weit:
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Via London landeten wir am 16. Aug. 2001 in Vancouver. Für 4 Nächte checkten wir im „Empire Landmark Hotel“ ein.
Wir stiegen in das Taxi eines Inders und prompt vergaßen wir unseren kompletten „Dutyfree-Einkäufe.“
Eigentlich waren wir sowieso auf die Stadt gar nicht vorbereitet. Und so stapften im August 2001 drei Deutsche mit Flanellhemden und Wanderschuhen durch die Straßen.
Kein anderer Kanadier sah hier, in Vancouver, so aus.
Diese Stadt beeindruckt. Sie gilt als eine der schönsten Städte weltweit. Und das zu Recht.
Man hat nie das Gefühl, eingeschnürt zu sein. Stets ist man sich der Natur bewusst, die sie umgibt: Das Meer, die Berge – wohin man sich auch wendet, sie sind da – es ist fantastisch.
Keine 20 Autominuten weiter und man steht in fast unberührter Natur.
Die Leute sind nett und freundlich: Ein paar unschlüssige Blicke, und schon ist jemand zur Stelle, der fragt, wie er helfen könnte.
Fast einen ganzen Tag verbringen wir im Aquarium von Vancouver.
Einen weiteren auf dem Grouse Mountain.
Dann suchen wir einen Outdoorladen, ein paar Kleinigkeiten fehlen noch.
Doch es ist seltsam. In der gesamten Innenstadt gibt es keinen einzigen Outfitter.
Wir laufen ein bisschen planlos umher, dann frage ich mich durch:
Aha – vor der Sporthalle rechts, über die Brücke. Da wäre so ein Laden.
Gut – wir machen uns auf den Weg.
Offenbar fahren die Kanadier nicht mehr gern, wenn sie wegen einer Sache hunderte von Kilometern gefahren sind. Auf jeden Fall reiht sich im „Outfitterviertel“ ein Shop an den nächsten.
Aus dem Augenwinkel meine ich zu sehen, wie bei Georg eine kleine Träne die Wange entlang rinnt.
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